Sonntag, 19. Juli 2015

Ein neuer Ansatz für Nagarjunas profundes Werk des Mittleren Weges

(Yudo Seggelke mit Elisabeth Steinbrückner)

In meinem Bücherregal stehen acht zum Teil umfangreiche Übersetzungen und Ausarbeitungen des berühmten Werkes von Meister Nâgârjuna zur Leerheit und zum Mittleren Weg. Wenn ich die weiteren Werke hinzuzähle, in denen die Arbeit Nâgârjunas und des Mittleren Weges (abgekürzt MMK) behandelt wird, sind es sicher zwölf bis fünfzehn Darstellungen, Interpretationen und Übersetzungen aus dem Sanskrit oder Chinesisch dieses bedeutenden Werkes.

Vermutlich wurde es von Meister Nâgârjuna im 2. Jahrhundert, also mindestens vor 1.800 Jahren erarbeitet und gilt seitdem als zentrales und fundamentales buddhistisches Werk nach Gautama Buddha. Dies ist in der Fachwelt auch völlig unbestritten. Denn zweifellos ist das MMK wesentliche Grundlage für den ostasiatischen Chan- und Zen -Buddhismus und wir wissen zum Beispiel, dass Meister Dôgen, der wohl größte und bedeutendste Zen-Meister, den indischen Meister Nâgârjuna außerordentlich verehrte und auf dessen Arbeiten aufbaute. Besonders deutlich ist der Einfluss Nâgârjunas auf den tibetischen Buddhismus, es gibt mehrere namhafte Übersetzungen ins Tibetische, die in die dortige buddhistische Tradition eingegangen sind. Auch der Dalai Lama zitiert immer wieder aus dem MMK Nâgârjunas, denn die gesamte buddhistische Philosophie der Leerheit (shûnyatâ) geht wesentlich auf das MMK zurück.

In der Fachwelt ist weiterhin völlig unbestritten, dass es sich beim MMK zwar um ein äußerst wichtiges aber auch ungewöhnlich schwieriges Werk handelt. Dies mag damit zusammenhängen, dass es in Versform geschrieben ist, sodass die jeweiligen Aussagen sehr kompakt und oft ohne verbindende Verben formuliert sind. Weiterhin umgibt die Leerheit und das Verständnis dieses für den Westen so schwierigen Begriffes das MMK fast mit dem Nimbus des Unverständlichen und Mystischen. Lange Zeit wurde im Westen die Leerheit mit dem Nichts verwechselt, sodass sich jede rationale Überlegung daran totlaufen muss. Es gibt eine Fülle von teilweise wirklich abenteuerlichen Versuchen, die Leerheit zu erklären. Was sagt nun Nagarjuna zur Leerheit? Und wo sonst finden wir zuverlässige Antworten? Die Leerheit mit dem Nichts und dem Nihihilismus gleichzusetzen ist blanker Unsinn.

Mein Lehrer Nishijima Roshi hat, nachdem er das fulminante Werk Meister Dôgens aus dem 13. Jahrhundert ins moderne Japanisch, Englisch und Deutsch übersetzt hatte, mit über 60 Jahren Sanskrit gelernt, weil er von diesem Werk so fasziniert war, dass er es in der Originalsprache verstehen und interpretieren wollte. Wie er mir mehrfach erklärte, hat er erhebliche Übereinstimmungen mit Dôgens großem Werk "Shôbôgenzô, die Schatzkammer des wahren Dharma Auges", festgestellt und wollte herausfinden, ob und in welchen Einzelheiten dieser Ansatz einer vertieften Analyse standhält.

Er hat sich dann über zwanzig Jahre mit der Übersetzung und Interpretation intensiv beschäftigt und bis zum Ende seiner Arbeitsfähigkeit daran gearbeitet und seine Fassungen immer wieder verfeinert. Zusammen mit seinem Schüler, dem bekannten buddhistischen Lehrer Brad Warner, hat er ein umfassendes Werk zu Nâgârjuna herausgegeben und ist dabei ganz neue Wege des Verständnisses und der Auslegung gegangen. Auf der Grundlage seiner tiefen praktischen und theoretischen Erfahrungen im Zen-Buddhismus und, wie er selbst sagt, durchaus mit diesem Raster des tiefen Verstehens im Buddhismus ist er in ganz neue Bereiche der Bedeutung des MMK vorgestoßen. Wie zu erwarten hat dies in der Fachwelt ein heftiges Echo gefunden, das von begeisterter Zustimmung bis zu empörter Ablehnung reicht.

Nishijima Roshi bemerkt in der Einleitung zu seinem Buch, dass es ihn immer wieder überrascht hat, wie weit die Übersetzungen und Interpretationen Nâgârjunas Werkes auseinander gehen, wie unterschiedlich und zum Teil sogar gegensätzlich das Verständnis der verschiedenen Autoren ist. Da gibt es eine Gruppe von Wissenschaftlern und Kommentatoren, die im Wesentlichen in der Linie des tibetischen Buddhismus stehen. Dort gibt es eine gewisse Einheitlichkeit, wenn auch die Primärübersetzungen zum Teil deutlich von dem Sanskrittext abweichen. Eine andere Gruppe wird von Indologen gebildet, die hervorragende Kenntnisse des Sanskrit haben und zum Teil die buddhistische Geschichte mit ihren verschiedenen Lehr- und Übertragungslinien bis hin zu einzelnen sektenartigen Abspaltungen kennen.

Es gibt auch einige Versuche diesen alten Text nicht nur zu verstehen, sondern auch im Sinne der heutigen Zeit seine Relevanz herauszuarbeiten und angemessene Dimensionen der Interpretation zu finden. Zum Beispiel hat der bekannte Buddhist Stephen Batchelor eine englische Fassung auf der Grundlage des tibetischen Textes und der von seinem eigenen Lehrer übermittelten Bedeutung erstellt, die ins Deutsche übersetzt wurde und überwiegend aus Fragen besteht.

Die Aussagen Nâgârjunas werden also in Fragen umgesetzt, wobei zu bemerken ist, dass Nâgârjuna selbst in seinen Texten häufig Fragen verwendet, die dort allerdings meistens recht eindeutig negativ zu beantworten sind, also einer negativen Beweisführung dienen. Steven Batchelor hat dann in einer erweiterten Fassung einen größeren Bereich der Interpretationen in einer zweiten Auflage hinzugefügt, mit dem expliziten Ziel eine Verbindung zum modernen Buddhismus herzustellen.

Im Jahre 2000 habe ich Nishijima Roshi in Hannover getroffen, wo er zum buddhistischen Jahreskongress einen Hauptvortrag über Meister Dôgen und Shôbôgenzô hielt. Nach einem längeren Gespräch habe ich mich entschlossen, mich seiner Arbeit zum MMK anzuschließen und eine entsprechende Fassung im deutschen Sprachraum zu erstellen. Mit den jetzigen laufenden Arbeiten baue ich auf seine Ergebnisse und führe sie fort.

Warum schien mir das so außerordentlich wichtig? In dem Gespräch überzeugte mich Nishijima Roshi, dass es eine erhebliche Lücke einer verständlichen und gleichzeitig verlässliche und „moderne“ Fassung gäbe. Trotz der vorliegenden ausgezeichneten Fassungen, würde sie fehlen, obgleich das Interesse am MMK sprunghaft wachsen würde. Er sei bei der Übersetzung von den bisherigen Interpretationslinien abgewichen oder habe sich davon unabhängig gemacht und ganz auf die Lexika des Sanskrit verlassen. Er glaube, dass vor allem durch die fundierten Erfahrungen und Kenntnisse des Zen -Buddhismus sich neue Möglichkeiten für das tiefere Verständnis des MMK eröffneten, die bisher übersehen worden waren, die aber eine hohe Bedeutung für den wahren Buddhismus besäßen. Er formulierte dies sogar fast zugespritzt:

„Die Meister Nâgârjuna und Dôgen haben einen ganz hervorragenden Stand des Buddhismus erreicht, dies ist der wahre Buddhismus. Der Buddhismus hat in beiden Werken eine Einheit und Eindeutigkeit erlangt, die heute Grundlage der weiteren Entwicklung auch im Westen sein muss.

Hier setzen natürlich genau seine Kritiker an: Er habe das Raster des Zen-Buddhismus von Meister Dôgen dem Werk Nâgârjunas "übergestülpt" und dieser sei nicht mehr authentisch. Eine solche Kritik machte man nicht zuletzt an unterschiedlichen Primär-Übersetzungen des Sanskrit-Textes fest und in der Tat handelt es sich dabei häufiger nicht um eine inhaltlich getreue Übersetzung, sondern bereits um eine am Text orientierte Interpretation.

Aus dem Gesagten wird deutlich, dass beim MMK noch erhebliche Forschungs-Arbeit zu leisten ist, bis eine gefestigte und breiter anerkannte Fassung in einer westlichen Sprache vorliegt. Dies umso mehr, weil namhafte Buddhisten wie Nishijima Roshi und der Dalai Lama immer wieder erklären, dass der Buddhismus nicht im Widerspruch zur gefestigten westlichen Forschung sein könne, sondern im Gegenteil die Forschungs-Ergebnisse der entsprechenden Disziplinen einzubeziehen habe.

Dadurch können gesicherte Forschungsergebnisse, die in der früheren Zeit des Buddhismus zum Beispiel bei Nâgârjuna noch nicht vorlagen, verwendet werden, um unklare Bereiche abzuklären und heute gut beantwortbare Fragen und deren Ergebnisse einzufügen. Dies gilt natürlich insbesondere für die Naturwissenschaft wie die Physik und Biologie, aber natürlich auch für Psychologie, soziale Systemforschung, Gehirnforschung und nicht zuletzt für die tiefen Erkenntnisse der westlichen Philosophien.

Aus meiner Sicht ist die philosophische Bearbeitung der Hermeneutik als der Wissenschaft und Philosophie des Verstehens von ganz hervorragender Bedeutung, um alte sehr schwierige Texte zu erschließen und in die jetzige Zeit einzubringen. Als ich mehrere Wochen bei Nishijima Roshi mit ihm zusammen in seinem kleinen Appartement in Tokyo lebte und unter seiner Anleitung Buddhismus studierte, fiel mir ein kleiner Band über die Hermeneutik in deutscher Sprache in die Hände, in dem Nishijima Roshi gelesen hatte und durch seine Markierungen deutlich wurde, was ihm wichtig erschien. Er konnte recht gut deutsche Literatur lesen und hatte einen untrüglichen Sinn dafür, was bedeutsam und wichtig sei und was nicht.

Dieses Buch heißt "Hans Georg Gadamer im Gespräch" und enthält die wichtigsten Eckpunkte der von ihm erarbeiteten praktischen Philosophie der Hermeneutik. Dieser Spur bin ich dann weiter gefolgt und bin heute fest überzeugt, dass seine Arbeiten gerade für die Erschließung und Interpretation des MMK von zentraler Bedeutung sind. Warum ist das so?

Gadamer hat die Hermeneutik weit über das früher Bekannte einer Wissenschaft des Verstehens hinausgeführt und gibt die drei folgenden Bereiche an:

Verstehen
Auslegen/Interpretieren
Sich selbst verstehen

Mit diesen Anstrichen ist in der Tat das Arbeitsprogramm zum MMK von Meister Nâgârjuna ganz treffend charakterisiert: Es geht zunächst darum, den Text wirklich so gut es irgend geht zu verstehen. Dazu muss der historische Zusammenhang, die damalige Diskussionslage, die geführten Kontroversen und der Bezugsrahmen zumindest im Wesentlichen aufgearbeitet werden. Dass dazu eine fundierte und verlässliche Beherrschung des Sanskrit notwendig ist, liegt auf der Hand, ist aber natürlich praktisch nicht so leicht zu realisieren.

Dies gilt insbesondere in meinem Fall, da ich mich zwar in das Sanskrit in einem gewissen Umfang eingearbeitet habe, aber nicht für mich in Anspruch nehmen kann, dass ich diese alte und doch recht komplexe Sprache mit ihrer differenzierten Grammatik und der Vielfalt der Bedeutungen beherrsche. Als Beispiel möchte ich nur anführen, dass es im Sanskrit acht Fälle der Deklination gibt, während wir bekanntlich nur vier haben und im alten Latein sechs vorhanden waren, der Ablativ und der Vokativ zusätzlich zu unseren Fällen. Sanskrit ist nach überwiegend vorherrschender Meinung der Ursprache aller indogermanischen Sprachfamilien besonders nahe und weist eine besonders hohe Komplexität und demnach auch Leistungsfähigkeit der Ausdrucksformen vor. Es bedarf sicher eines jahrelangen Spezialstudiums, um diese Sprache so zu erlernen und zu beherrschen, dass man die hochkomplexen Aussagen Nâgârjunas des MMK in Versform wirklich verstehen kann.

Nachdem mir klar geworden war, dass ich aus eigener Fähigkeit des Sanskrit dem Anspruch des Verstehens beim MMK kaum entsprechen konnte, war ich auf der Suche nach der Zusammenarbeit, mit jemanden, der genau diese Fähigkeit, die Kenntnisse und dieses Können in Sanskrit einbringen würde. Ich betrachte es als einen großen Glücksfall, dass mir dies in Berlin gelungen ist und ich seit einiger Zeit mit der Indologin Elisabeth Steinbrückner zusammenarbeiten kann. Diese Arbeit hat sich inzwischen für uns beide als ungewöhnlich fruchtbar und kreativ erwiesen und wir hoffen, dass wir dadurch den schwierigen Texten Nâgârjunas so nahe kommen, dass wir davon sprechen können, wir „verstehen“ was er geschrieben hat.

Eng verbunden mit dem Verstehen sind die Aufgaben des Auslegens und Interpretierens. Dabei kommt Elisabeth Steinbrückner ihre fundierte Arbeit der Indologie, der Interpretation alter buddhistischer Fragmente und erhebliche Kenntnisse des tibetischen Buddhismus zugute. Ich selbst habe mich in einem Zeitraum von fast zwanzig Jahren recht gründlich in den Zen-Buddhismus eingearbeitet und dabei von der fundierten Erfahrung und dem großen Wissen Nishijima Roshis gelernt. Weiterhin kommt mir die langjährige Zusammenarbeit an der Übersetzung des Shôbôgenzô ins Deutsche mit der Zen-Meisterin Gabriele Ritsunen Linnebach zugute, die zu recht als eine der besten Kennerinnen Dôgens gilt.

Zu meiner eigenen Überraschung sind jedoch auch weitere Erfahrungen aus meinem Berufsleben in die Arbeit zum MMK eingeflossen: ich habe mehrere Jahrzehnte im Umweltschutz der Öko-Systemforschung und Informations-Wissenschaft gearbeitet. Der Ansatz der Wechselwirkung und Vernetzung, der durch die Ökosystemforschung heute fast selbstverständlich ist, erwies sich als ein wesentlicher Ansatz um die Bedeutung des Sanskritbegriffes pratitya samutpada zu verstehen. Dieser Ansatz hat zentrale Bedeutung im MMK und bildet gleichzeitig die Brücke zum Begriff der Leerheit. Denn pratitya samutpada bedeutet nach unserer festen Überzeugung das Entstehen in Wechselwirkung, das heißt in intensiver Interaktion und im lebenden Netzwerk.
Pratitya samutpada wurde in der Geschichte bisher meist nur als Entstehen in Abhängigkeit interpretiert, hatte also uni-direktionale Wirkung und nicht eine Interaktion mit rück-gekoppelter Wechselwirkung, die für die moderne Systemforschung lebender Systeme fundamental und zum Beispiel typisch für die Funktionsweise unseres Gehirns ist. Auf diesen Punkt hatte bereits die amerikanische Zen-Meisterin Joana Macy vor etwa zwei Jahrzehnten grundsätzlich hingewiesen. Ihre Arbeiten erzeugte jedoch bislang leider nur eine begrenzte Resonanz.

Auch der Dalai Lama weist seit einiger Zeit auf die Ähnlichkeit der Wechselwirkung in der modernen Festkörperphysik mit dem Buddhismus, dem bedingten Entstehen und der Leerheit, hin. Er hat zum Beispiel auf dem großen tibetischen Kongress in Hamburg 2014 einem Fragenden zum Problem, wie man die Leerheit verstehen solle, geraten, sich mit der Festkörperphysik zu beschäftigen. Er verwies auf einen Amerikaner, der dies studieren würde, nicht zuletzt um der buddhistischen Bedeutung der Leerheit gerecht zu werden.

Der Gehirnforscher und Buddhist Francisco Varela hat vor etwa zwei Jahrzehnten auf die enge Verbindung des Buddhismus mit lebenden biologischen Systemen hingewiesen und vor allem herausgearbeitet, dass lebende Systeme sich selbst fortsetzen, in dem sie sich selbst selbstähnlich regenerieren, das heißt also ihre Elemente in lebendiger Wechselwirkung selbst erzeugen und damit die Fortsetzung des Lebens ermöglichen. Er hat dafür den Begriff Autopoiese verwendet und damit die Fähigkeit aus sich eine selbstähnliche Fortsetzung des Lebens in enger Wechselwirkung mit der Umgebung und anderen gekoppelten Systemen zu ermöglichen.

Dieser Ansatz ist auch die wesentliche Grundlage des gemeinsam mit Humberto Maturana verfassten Werk "Baum der Erkenntnis". Beachtlich ist sicher, dass Varela eine ganz enge Kooperation mit dem Dalai Lama zum Buddhismus pflegte und als hervorragender Gehirnforscher wesentliche Beiträge zum Verständnis von Buddhismus und Gehirnfunktionen beigetragen hat. Es verwundert sicher nicht, dass der Dalai Lama diese Arbeiten besonders unterstützt hat und durch seine Autorität wesentlich dazu beigetragen hat, dass dieser Ansatz breite Aufmerksamkeit erfahren konnte.

Da mir durch die Informationswissenschaft einige Erfahrungen und Kenntnisse zu Prozessen der Informations-Verarbeitung auch im Gehirn, also im neuronalen Netz, zugänglich sind, möchte ich diesen sich rasant neu entwickelnden Forschungsbereich mit seinen maßgeblichen Ergebnissen einbringen. Ich werde dafür vor allem die Arbeiten Manfred Spitzers verwenden, der aus meiner Sicht eine umfassende Kenntnis der weltweiten Entwicklung im Bereich der Gehirnsforschung besitzt, gut verstehbar ist und vor allem die Verbindung zu psychologischen Themen und Problemen, z. B. der Empathie von Carl R. Rogers herstellen kann.

Manche Interpreten der Arbeiten Nâgârjunas verstehen ihn nur als hochintelligenten abstrakten Philosophen, wie ich meine total ungerechtfertigt. Sie lösen ihn von der praktischen Philosophie der Freiheit und Überwindung des Leidens ab und verlieren dadurch die zentrale Aufgabe des Buddhismus. Buddhas zentrales Anliegen war sicher nicht, eine komplexe Philosophie und ein neues Theoriegebäude zu errichten, sondern den Menschen zu helfen, ihr Leben besser zu gestalten, Unklarheiten zu beseitigen und nicht zuletzt aus unnötigen Teufelskreisen des Leidens herauszukommen.

Seine praktische, fast kann man sagen therapeutische Lehre, ist in den Vier Edlen Wahrheiten und dem Achtfachen Pfad zur Überwindung des Leidens in genialer Weise zusammengefasst. Weitere Bereiche seiner Lehre sind sicher die Fünf Hemmnisse auf dem Weg der Befreiung.
Sein Verständnis der Welt und des Lebens sind nach unserer festen Überzeugung durch "Das gemeinsame Entstehen in Wechselwirkung, pratitya samutpada" äußerst präzise gekennzeichnet.

Über den weiteren Verlauf der Arbeiten am MMK werden wir noch berichten.


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