Sonntag, 2. Mai 2021

Die Sieben tiefen Weisheiten der Mitte, Meister Nagarjuna

 

Nâgârjunas Werk Grundlegende Verse über den Mittleren Weg (MMK) wird zu Recht als eines der wichtigsten authentischen Dokumente des Buddhismus hoch geschätzt. Es hatte nachweisbar großen Einfluss auf die buddhistischen Entwicklungen in China, Japan, Korea und Tibet. Auch im Westen ist ein deutlich ansteigendes Interesse zu beobachten. Aber wegen seiner philosophischen Komplexität ist dieses Werk nicht einfach zu verstehen und zu entschlüsseln. Zudem mag die zur Entstehungszeit hoch entwickelte indische Philosophie für uns im Westen nicht ohne Weiteres zu erschließen sein.

Die zentrale Botschaft des MMK lautet: Die wahre Mitte des Menschen sowie der Dinge und Phänomene ist keine doktrinäre statische Pseudo-Substanz (in Sanskrit âtman und svabhâva), sondern ein dynamisches lebendiges Ganzes. Nagarjuna bezeichnet dieses Ganze in direktem Bezug auf die ursprüngliche buddhistische Lehre als gemeinsames Entstehen in Wechselwirkung. Dabei geht es besonders um verbundenen Funktionen der lebenden Netze und deren Teilsysteme, wie die Neurowissenschaften und Ökologie wissenschaftlich fundiert sagen. Das ist nach Nagarjuna die bestmögliche kurze Kennzeichnung der Wirklichkeit und besonders des Lebendigen. Unser Gehirn und Geist sind durch Plastizität, also Lernfähigkeit, und Modularität, also von lebenden vernetztenTeilsystemen, gekennzeichnet, wie die Neuro-Wissenschaften heute bestätigen. Diese Wahrheit der Wirklichkeit haben Buddha und Nagarjuna bereits erkannt und zur Grundlage ihres Befreiungsweges gemacht. Dieser kann dann durch die Vier Edlen Wahrheiten zur Überwindung des Leidens realisiert werden. Davon bin ich fest überzeugt.

Wer dagegen der Verblendung durch doktrinäre Pseudo-Substanzen im Geist und überhaupt in der Natur erliegt, hat nach Buddha und Nâgârjuna keine Chance auf Freiheit und Erleuchtung. Denn diese Verblendung ist eines der drei fundamentalen Gifte des Buddhismus und die zu Grunde liegende Philosophie ist fehlerhaft und in sich widersprüchlich. Die spirituellen Genies Buddha, Nagarjuna und Meister Dogen haben also wichtige Erkenntnisse der heutigen verlässlichen Wissenschaft intuitiv und durch genaue Beobachtung  bereits klar erkannt und vorweg genommen. Der Mensch sowie die Dinge und Phänomene sind danach leer von der giftigen Ideologie und Verblendung einer solchen unveränderlichen illusorischen Substanz. Eine andere Bezeichnung für Letztere ist "fiktive Eigen-Substanz". Damit ist auch gesagt, was Nagarjunas Begriff der Leerheit im MMK wirklich bedeutet: Es geht um die Leerheit von solchen ideologischen doktrinären Pseudo-Substanzen im Menschen und in der Welt – also um die Leerheit von einem doktrinären und illusionären Pseudo-Ich, das als geistig-psychisches Gift das menschliche Leben unheilsam beeinflusst und Leiden erzeugt.

Nâgârjunas Aussagen widersprechen den üblichen individualistisch überzogenen populären Weltanschauungen unserer heutigen Zeit und besonders des Westens. Der Glaube an die eigene großartige oder aber jämmerliche Ich-Substanz als den wahren Wesenskern des Menschen ist immer noch in unserer westlichen Kultur tief verankert und weit verbreitet. Er äußert sich beispielsweise in rücksichtslosem Egoismus und Narzissmus oder in dem Gegenteil, einem jammernden kleinen Klage-Ich. Das Lehrgedicht Nâgârjunas erlangt darum heute große Aktualität und macht es besonders wertvoll, um den aus den Fugen geratenen platten Individualismus und Materialismus zu überwinden.

Die wichtigsten Erkenntnisse aller 27 Kapitel des MMK und deren Interpretationen sollen im Folgenden in sieben grundlegenden Weisheiten zusammengefasst werden. Wir haben dabei versucht, möglichst verständlich zu formulieren, ohne die fundamentalen Erkenntnisse Nâgârjunas zu verändern oder gar auszudünnen.

 

Die erste Weisheit:

Erleuchtung und Freiheit kommen aus der Mitte und nicht aus Ideologien und Extremen. In der Mitte ist die Kraft des inneren Friedens und das guten Handelns.

Buddha und Nâgârjuna warnen eindringlich vor allen Extremen, ob im Geist oder bei den Skandhas, die als jene Komponenten verstanden werden, die den Menschen ausmachen. Die Extreme bedeuten vor allem, dass etwas entweder total existiert oder total nicht existiert und sie sind immer unwahr. Die weit verbreitete Vorstellung von absoluter Existenz oder Nicht-Existenz destruiert Buddha selbst in einem berühmten Sûtta, weil es solche Extreme in der Wirklichkeit gar nicht gibt.[1] Das Gleiche gilt für doktrinäre absolute Identität oder Differenz. Derartige Extremvorstellungen und -behauptungen werden durch den fehlgeleiteten menschlichen Geist und unrealistischen Intellekt künstlich erzeugt. Die wahre Natur hat keine Extreme, weil sie dynamisch vernetzt und wechselwirkend ist. Daher gibt es in der Naturwissenschaft bei genauer Messung keine Korrelation von 0 oder 100%, also keine totale Trennung oder totale Einheit.

Klare Beweise für die Schädlichkeit von Extrem-Ideologien sind etwa brutale Gruppierungen, ideologischen Sekten und politische Strömungen wie in der NS-Zeit und des islamischen IS. Das sind klare Beispiele von Auswirkungen der Gifte und Verblendungen, die Buddha klar erkannt hat. In diesem Zusammenhang ist auch der ungenierte Einsatz von Fake News durch machtbesessene Politker und Diktatoren zu nennen. Sie unterscheiden absolut nach Freund und Feind: "Wer nicht mein Freund ist, der ist mein Feind." Sie spalten und nehmen grobe Schwarz-Weiß-Bewertungen vor. Deshalb bewirken sie Böses und vergiften den sozialen Zusammenhalt. Derartige radikale Entweder-oder-Dogmen sind aus meiner Sicht tief in der westlichen Kultur verankert und meistens gar nicht bewusst. Sie werden oft der Nährboden für perverses Heldentum. Psychische Extreme verbrauchen aber viel Energie, bringen wenig Mehrwert an Information und erzeugen lang andauerndes Unheil. Das wird besonders im biologisch-archaischen Kampf-Modus der Menschen deutlich, der dem Kämpfenden vielleicht ein grandioses Helden-Gefühl einbringt, aber wenig Positives bewirkt. Von der Gehirnforschung wissen wir, dass die damit verbundene Ausschüttung von Adrenalin unser Frontalhirn abschaltet. Dadurch werden Vernunft, die Fähigkeit zum Abwägen und unsere Ethik ausgeschaltet. Dann kann kein gutes Gleichgewicht der Mitte von Körper und Geist entstehen.

Der Mittlere Weg hat gerade keine Extreme, ist aber auch keine laue Mittelmäßigkeit. Im Gegenteil: Durch die Vermeidung der Extreme ergeben sich neue vitale Kräfte und vor allem die Möglichkeit der nachhaltigen eigenen Entwicklung und Emanzipation, also Kreativität. Wer in seiner Mitte lebt, verschwendet keine Zeit und Kraft für wilde und meist chaotische unnütze Extreme. Er haftet nicht an den drei Giften Gier, Hass und Verblendung. Bei Buddha heißt es im Sûtta Grundlagen der Achtsamkeit für einen solchen Menschen: „Unabhängig lebt er und haftet an nichts in der Welt.“[2] Unsere Mitte kann besonders durch wirkungsvolle Meditation gestärkt werden. Das ist natürlich in der heutigen Stress-Zeit besonders wichtig.

 

Die zweite Weisheit:

Befreiung ist das gemeinsame Entstehen in Wechselwirkung und die volle Ganzheit des Lebens. Dagegen erzeugen verblendete Pseudo-Substanzialität und Zerstückelungen Leiden und Plagen

Alle Buddhisten waren und sind sich einig, dass das im vorbuddhistischen Denken dogmatisch festgelegte Selbst des Menschen, der âtman, aus Verblendung erzeugt wurde und Leiden verursacht. Der âtman galt nach der alten indischen Lehre als unveränderlich, isoliert unzerstörbar und ewig. Aber dieser âtman pervertierte häufig zur Entstehung eines übergroßen Egos und war zudem Kernstück des dogmatischen, menschenverachtenden Kastensystems. Gerade durch dieses ungerechte System gab es viel Leiden auch in Buddhas Zeit. Und diese Plagen und Leiden hat Buddha genau analysiert und durch seine Lehren, Therapie und Übungs-Methoden ausgeschaltet. Damit können die Menschen Glück, Freude und Befreiung verwirklichen.

Nach dieser Weltanschauung und Philosophie des Brahmanismus vor Buddha war die Welt scheinbar fragmentiert und aus isolierten Teilen aufgebaut. Diese Dharmas wurden dogmatisch als unteilbar, unveränderlich, ewig isoliert und voneinander unabhängig verstanden. Diese Doktrin hat große Ähnlichkeiten mit der Atom-Theorie der griechischen Philosophie, die inzwischen physikalisch überholt ist. Buddha lehnte solche Dogmen radikal als unnatürlich und als Verblendung ab. Denn durch diesen Dogmatismus wurden ebenfall Plagen und Leiden verursacht.

In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich leider auch innerhalb des Buddhismus das falsche Dogma, dass diese fragmentierten und isolierten Ur-Substanzen die „Bausteine der Welt“ seien. Sie würden sehr ähnlich wie in vorbuddhistischer Zeit als unveränderlich, ewig und voneinander isoliert existieren. Dies gilt besonders für die Sekte der sogenannten Sarvastivadins. Ihre Doktrin der Fragmentierung und des ideologischen Substantialismus verfälscht jedoch, so Nâgârjuna, grundsätzlich die authentische Lehre Buddhas. Denn sie ist mit seinem Grundsatz der dynamischen Veränderung, der Vernetzung und des Entstehens und Vergehens in Wechselwirkung in der Natur und beim Menschen überhaupt nicht vereinbar. Ich folge Nâgârjuna bei dieser Einschätzung ausdrücklich. Mit der Doktrin derartiger fragmentierten und statischer Pseudo-Substanzen sind die Überwindung des Leidens, die Befreiung und Erleuchtung nicht möglich. Außerdem können neue wichtige Fähigkeiten, Potenziale und Funktionen des Menschen dann nicht entstehen und verwirklicht werden. Damit kann nachhaltige und heilsame Freiheit und Emanzipation nicht gelingen. In seinem tiefgründigen Lehrgedicht unterstreicht Nâgârjuna deshalb schon in der Präambel das gemeinsame Entstehen in Wechselwirkung (pratitya samutpada). Das Hier und Jetzt bezeichnet er in aller Klarheit als das gemeinsam Entstandene (samutpanna) und verbindet den Augenblick mit dem Vergangenen und Zukünftigen.

Es gab weiterhin die Sekte der Sautrantikas mit der doktrinären Philosophie und Fehlentwicklung des isolierten Momentanismus. Danach sind die Momente kleinste Fragmentierungen, deren angebliche Bausteine ebenfalls isoliert und unveränderlich sein sollen. Die Anhänger dieser Lehre behaupteten also, dass die Welt aus zeitlich getrennten, sehr kleinen fragmentierten Bausteinen bestehen würde, die wie unveränderliche Atome irgendwie metaphysisch auftauchen und verschwinden. Auch mit diesem doktrinären Verstehen von Zeit und Substanz können prozesshafte gut und schlechte Veränderungen beim Menschen nicht begriffen werden. Dann wäre die Wechselwirkung von Körper, Geist und Psyche aber nicht zu verwirklichen. Somit ist auch diese Weltanschauung eine weitere Form der Verblendung, eine doktrinäre Sackgasse und verfälscht grundlegend den authentischen Buddhismus.

Nâgârjuna analysiert und destruiert mit großer Präzision diese falschen, leidbringenden und doktrinären Grundprinzipien der Statik, Starrheit, der angeblich unveränderlichen Eigen-Substanz und Isolation der Dharmas. Denn es handelt sich dabei um Pseudo-Substanzen und Pseudo-Natur. Er macht daher in der Präambel und in der Argumentation des MMK deutlich, dass die Dharmas der Welt und der Menschen durch das gemeinsame vernetzte Entstehen in Wechselwirkung (pratitya samutpada) gekennzeichnet sind. Gerade die menschliche Dankbarkeit ist ein sehr wichtiges Beispiel für solch eine heilsame und psychisch erfüllende Wechselwirkung.

Wir wissen heute durch verlässliche Analysen der zusammenwirkenden Öko-Systeme, dass Buddhas und Nagarjunas Lehren zutreffen. Die Welt und Natur lassen sich nicht auf eine Ansammlung isolierter Pseudo-Substanzen reduzieren. Auch der Mensch ist mehr als ein Haufen fiktiver, fragmentierter Bausteine, der angeblichen Eigen-Substanzen, svabhâvas. Die Dinge und Phänomene der Wirklichkeit sind gerade nicht fragmentiert, statisch, substanzhaft und fix, sondern veränderlich, dynamisch und wechselwirkend vernetzt. Das ist die klar erkennbare Realität, und so werden die Dharmas auch in der Lebenspraxis erfahren. Die doktrinär erzeugten Hemmnisse und Blockaden des Menschen kommen dann zur Ruhe und werden überwunden. Unsere Befreiung vom Leiden durch verblendete Fixierungen kommt so in Gang.

Buddha und Nâgârjuna sind aus meiner Sicht wichtige frühe Denker und Therapeuten der Menschheit, die systemisch und wechselwirkend analysiert und gedacht haben. Im Westen sind die entsprechenden wissenschaftlichen Erkenntnisse erst in den letzten 70 Jahren verlässlich erarbeitet worden. Die Neurowissenschaften etwa sind durch die zunehmenden Erkenntnisse zu Plastizität und Modularisierung geprägt. Diese grundlegenden Prinzipien haben Buddha und Nagarjuna intuitiv vorweg genommen. Vielleicht hätte mit den Erkenntnissen dieser großen Weisen die rücksichtslose Ausbeutung unserer Öko-Systeme früher gestoppt werden können! Auch die aktuelle Gehirnforschung hat klar nachgewiesen, dass die Funktionen und Leistungen unseres Gehirns auf dem Prinzip der Vernetzung, Rückkopplung und dynamischen Veränderung basieren. Isolierte und statische Gedanken-Bausteine hätten ein fragmentiertes Gehirn und einen fragmentierten statischen Geist zur Folge. Dann ist die Freiheit des Menschen radikal ausgeschlossen! Die Zerstückelung der Materie hin zu unteilbaren Atomen war ebenfalls ein Irrglaube und ist durch die heutige Festkörperphysik eindeutig falsifiziert. Zum Beispiel kann Materie nach Einsteins Relativitäts-Theorie ja in prozesshafte Energie umgewandelt werden.

 

Die dritte Weisheit:

Leerheit ist die Befreiung von den drei Giften Gier, Hass und Verblendung. Durch diese Entgiftung entstehen Freude, Glück und geistige Klarheit.

Nâgârjuna gilt zu Recht als der wichtigste buddhistische Meister und Philosoph der Leerheit. Seine Arbeiten erlangten zentrale Bedeutung für die weiteren Entwicklungen des Buddhismus in China, Japan, Korea und Tibet. Es gibt manche abweichenden, oft mystischen Interpretationen der Leerheit oder, wie es auch heißt, der Leere. Zum Teil sind in der Literatur erstaunlich unklare, vage Vorstellungen und metaphysische Philosophien anzutreffen. Häufig wird die Leerheit sogar mit dem Nichts und Nihilismus verwechselt oder auch verschwommen vermischt. Daher sind das genaue Verständnis und die richtige Bedeutung des Begriffs der buddhistischen Leerheit bei Nâgârjuna kaum zu überschätzen. Um überhaupt sinnvoll mit dem Begriff, der Bedeutung und Funktion der Leerheit umgehen zu können, ist daher eine brauchbare Arbeitsdefinition erforderlich, die mit den buddhistischen Suttas weitgehend im Einklang steht.

Nagarjuna untersucht im Kapitel 24 des MMK genau die authentische Bedeutung der Vier Edlen Wahrheiten und des Achtfachen Pfades zur Überwindung des Leidens, also der zentralen Aussage Buddhas. Er verbindet diese Wahrheiten mit der Leerheit (shûnyatâ und dem gemeinsamen Entstehen in Wechselwirkung (pratitya samutpada). Der zentrale Vers 24.18 lautet in genauer deutscher Übersetzung:

 

„Was gemeinsames Entstehen in Wechselwirkung hat, dieses sehen wir als Leerheit an.

Indem wir uns diese Bezeichnung angeeignet haben, ergibt sich eben der mittlere Zugang (zu Buddhas Wahrheit).“

 

Es geht um das gemeinsame Entstehen in Wechselwirkung ohne die verzerrenden Gifte von Gier, Hass und Verblendung, also unheilsame Doktrinen oder Ideologien. Diese vernetzte Dynamik des Entstehens und Vergehens ist Buddhas und Nagarjunas Verständnis der wahren Natur der Welt und des Menschen. Die Befreiung und Leerheit von verzerrenden unheilsamen Doktrinen ist Nâgârjunas fundamentale Sichtweise der wahren Natur. Sie kann allerdings nach Buddha nicht vollständig vom Menschen intellektuell erfasst und verstanden werden. Auch Heilige und Erleuchtete sind daher niemals allwissend, wie sogar heute noch manche Schulen behaupten. Damit wird die Leerheit klar definiert und ist frei von Mystizismus, Metaphysik und kruden Spekulationen. Das gemeinsame Entstehen in Wechselwirkung ist also nach Buddha und Nâgârjuna das Grundprinzip der Welt. Diese Wechselwirkung wird zudem als Leerheit angesehen und so bezeichnet. Die Wirklichkeit wird dadurch von verzerrenden, unheilsamen und vergiftenden Doktrinen befreit.

In der zweiten Zeile des Verses werden diese Bezeichnung und deren Funktion genauer angesprochen: Wenn man sich diese Bezeichnung angeeignet hat, eröffnet sich der Zugang zum heilsamen Weg der Mitte. Und dies ist der Zugang zur eigenen Freiheit, Erleuchtung und kreativen Emanzipation. Aber der Zugang ist nicht total identisch mit Erleuchtung, sondern eben der Zugang zum Weg der Befreiung. Das wird in der Literatur häufig verwechselt. Die buddhistische Befreiungsbotschaft besteht vor allem aus den Vier Edlen Wahrheiten und dem Achtfachen Pfad zur Überwindung von Leiden und Schmerzen. Das gilt auch für die Verblendung durch verwirrende Unklarheiten und falsche Doktrinen wie den beiden hier genannten Beispielen. Denn solche Doktrinen sind Pseudo-Wahrheiten mit fatalen Folgen für persönliches und gemeinsames Glück und Freiheit. Die Sichtweise der richtig verstandenen Leerheit eröffnet dagegen den authentischen Befreiungsweg Buddhas.

Aus der unheilsamen Doktrin der statischen und unveränderlichen Eigen-Substanz erwächst die falsche Doktrin der Trennung von Subjekt und Objekt, also des Dualismus. Diese Doktrinen beschreiben eine geistige Fata Morgana, gefährliche Illusionen und Scheinwahrheiten. Sie können überhaupt keine Überwindung von Schmerzen und Leiden ermöglichen, denn dazu bedarf es des Verständnisses von Veränderungen, des kontinuierlichen Lernens sowie der Emanzipation und Befreiung von schädlichen Doktrinen. Das ist das gemeinsame vernetzte Entstehen in Wechselwirkung. Nâgârjuna sagt sogar: Wenn man die Leerheit falsch versteht, ist es dasselbe, als ob man eine „giftige Schlange“ falsch ergreift und gebissen wird. Bei solchem fundmentalen Missverständnis könne man den davon betroffenen Menschen überhaupt „nicht helfen“. Oder anders ausgedrückt: Wenn man die Bedeutung von Leerheit falsch versteht, ist der Befreiungsweg Buddhas blockiert und versperrt.

 

Die vierte Weisheit:

Das âtman-Selbst und die isolierten Eigen-Substanzen sind Schein-Wahrheiten. Sie blockieren unsere Freiheit und verhindern die Überwindung des Leidens..

Auch im Buddhismus hatten sich zur Zeit Nâgârjunas Doktrinen und Sekten entwickelt, die der alten menschlichen Sehnsucht verfallen waren, dass es im Menschen einen substanzartigen isolierten Kern gibt. Dieser sei unveränderlich, dauerhaft, ewig und würde bei der Wiedergeburt nur in einen neuen Körper eingehen so wie eine Schlange sich häutet. Nach Buddha und Nagarjuna handelte sich dabei um unheilsame Doktrinen von Pseudo-Substanzen. Diese waren bereits populär in der Religion und den Philosophien in der Zeit vor Buddha. Später behaupteten dann zum Beispiel ganz ähnlich wieder die Sarvastivadins, die Vertreter des Substantialismus, dass die Dharmas als Bausteine des Lebens und der Welt unveränderlich, ewig und voneinander isoliert seien. Diese Doktrin widerspricht aber der Wechselwirkung nach Buddha. Der zentrale Begriff dieser Sekte für solche angeblichen Bausteine der Welt lautet in Sanskrit svabhâva. Er bezeichnet unveränderliche, ewige Substanzen, die in sich selbst gleichbleibend in Ur-Zeiten allein aus sich selbst entstanden seien. Man kann dafür den Begriff „fiktive, doktrinäre Eigen-Substanz“ oder auch „Pseudo-Substanz“ verwenden.

Die menschliche irrationale Sehnsucht nach Unveränderlichkeit und Ewigkeit führt zu gefährlichen Illusionen, Scheinwirklichkeiten und Täuschungen. Mit solchen Doktrinen kann es keine Befreiung von konkreten Leiden und Schmerzen geben und die Erleuchtung ist damit nicht zu verwirklichen. Derartige Doktrinen verhindern oft die genaue, im buddhistischen Sinn achtsame, Beobachtung von sich selbst, von anderen Menschen und der Umwelt. Je mehr unheilsame Doktrinen im Menschen dominieren, desto größer ist die Gefahr von Verdrängungen, Neurosen Narzissmus und Borderline-Syndrom. Und illusionäre Doktrinen vom Ich verhindern gute und heilsame Lösungen für schwierige Lebensprobleme.

Genau diese Sehnsucht nach einem ewigen, unzerstörbaren Selbst-Kern hatte Buddha als gefährlich und schädlich erkannt, da ein solcher der Wirklichkeit nicht entspricht und zu Leiden und Schmerzen führt. Vor allem falsche Gurus und Populisten missbrauchen derartige Sehnsüchte der Menschen und machen sie dadurch von sich abhängig. Sie verdecken gleichzeitig ihre eigenen egoistischen und unmoralischen Absichten. Solche Sehnsüchte können blind machen für das eigene Glück und die eigene Freude. Daraus kann eine sich selbst verstärkende fatale Kette von negativen Entwicklungen entstehen, die in das eigene Unglück und Leiden führen muss. Buddha und Nâgârjuna beschreiben dieses mögliche Drama des Lebens in der sogenannten zwölfgliedrigen Kette zum Leiden und zu Schmerzen.

Nâgârjuna destruiert und falsifiziert unmissverständlich und eindeutig solche Pseudo-Substanzen, die durch Sehnsüchte und Abhängigkeiten gekennzeichnet sind. Er weist nach, dass mit dieser falschen Ideologie die gesamte Lehre Buddhas zur Überwindung des Leidens und zur Entwicklung der Befreiung hinfällig wird. Denn in der Welt und beim Menschen sind keine ewigen Substanzen zu finden und lassen sich auch nicht philosophisch begründen. Stattdessen entstehen und vergehen Dinge und Phänomene in Wechselwirkung. Es geht gerade darum, diese Veränderungen für die eigene Befreiung zu nutzen. Dabei muss man der Wirklichkeit der Natur und des Menschen ins Auge sehen, um nicht durch Illusionen und irreführenden Träumereien vom Buddha-Weg abzukommen.

 

Die fünfte Weisheit:

Geben ist besser als Nehmen. Denn ethisches Handeln und gutes Karma sind heilsames Leben. Sie befreien uns jetzt und in Zukunft von doktrinärem Ballast.

Gute und heilsame Veränderungen des Menschen werden durch praktisches Tun und Handeln bewirkt und zwar in geistiger, psychischer und körperlicher Hinsicht. Im Mahâyâna-Buddhismus wird dies Bodhisattva-Handeln genannt. Dieses Handeln ist heilsam für andere Menschen, aber auch und gerade für uns selbst. Dadurch werden neue, kreative und ethische Lebenskräfte aus der Mitte kommend in Gang gesetzt. Das heißt, genau im Augenblick des Bodhisattva-Handelns erfahren und erleben wir selbst sofort die gute Wirkung. Dabei gilt die alte Weisheit: „Geben ist besser als Nehmen". Umgekehrt haben Egoisten und Narzissten bei genauer Analyse ein hohles, verarmtes Leben. Wer also ohne ideologische Verzerrungen gut handelt, erfährt entsprechend selbst heilende Wirkungen und hilft zugleich den anderen, indem er Leiden mindert und sie auf ihrem Weg der Befreiung unterstützt. Das hat eine wichtige ethische Komponente und ist heilsame Wechselwirkung. Wer ohne Eigennutz anderen hilft, gibt nichts weg, sondern gewinnt dazu und ist auch in einer guten geistig-psychischen Verfassung: Man ist dann „gut drauf". Diese zweifachen Wirkungen werden durch die aktuelle Gehirnforschung bestätigt.

Meister Nishijima bezeichnet die Zazen-Meditation in der nach Dogen authentischen Sitzhaltung als Handeln im Gleichgewicht, um sich in Klarheit, Ruhe und Sammlung zu verwirklichen. Er nennt Zazen daher die erste Erleuchtung. Wenn jemand aber durch Doktrinen von substantialistischer und Ich-zentrierter, eingebildeter Eigen-Substanz verblendet ist, kann er die gute Karma-Wirkung weder im jetzigen Augenblick noch in der Zukunft erfahren.

Durch aktives und nicht zuletzt bewusstes Handeln können wir unser Leben nachhaltig positiv gestalten. Dies ist in guter Wechselwirkung mit der buddhistischen Lehre und der rechten Sichtweise. Dann können wir klar das ethisch Richtige und Falsche unterscheiden und einfach handeln.

Für das rechte und damit heilsame Handeln sind im Buddhismus die zehn sogenannten Bodhisattva-Gelöbnisse entwickelt worden, mit denen ethisch klares Handeln erleichtert und gebündelt wird. Dies gilt besonders für den Achtfachen Pfad der Auflösung des Leidens. Handeln kann jedoch auch aus egoistischem oder gar verbrecherischem Wollen entstehen und fixiert werden. Das wird vor allem durch falsche und oft verführerische Doktrinen, Verblendungen und Schein-Wahrheiten gesteuert. Dabei übernimmt ein grandioses aufgeblasenes Ego oft die Herrschaft über das wahre Selbst. Daraus wird deutlich, dass nicht alles und jedes Handeln im buddhistischen Sinne unterstützend und nützlich für den eigenen und fremden Befreiungsweg ist. Hektischer Aktionismus führt auf den falschen Pfad. Dasselbe gilt für Trägheit und Übelwollen.

Im Buddhismus haben die sogenannten Früchte des Handelns, also das Karma und die Ergebnisse, eine hohe Bedeutung. Hier warnt Nâgârjuna, dass eine falsche Doktrin von unveränderlichen Pseudo-Substanzen dem buddhistischen Handlungsprozess schadet oder ihn sogar sinnlos machen kann. Rechtes Handeln verkehrt sich dann in sein Gegenteil. Das ist im Ergebnis an den Folgen nationalsozialistischer oder radikal islamistischer Ideologien zu beobachten. Auch das naive substanzhafte und starre Verständnis der Früchte von Handeln als angeblich „gutes Karma“ führt oft in die Sackgasse. Mit solchen Doktrinen kann es nicht gelingen, den Achtfachen Pfad zu gehen, die Sieben Faktoren der Erleuchtung zu verwirklichen, die fünf Hemmnisse zu vermeiden und nachhaltige Befreiung zu erlangen.

 

Die sechste Weisheit:

Nirvâna ist die wirkliche Freiheit des erwachten Menschen im Hier und Jetzt, genau in diesem Leben

Nirvâna ist für Nagarjuna keine völlig jenseitige metaphysische Welt, in die die Eigen-Substanz des Menschen oder der âtman wie ein Endprodukt irgendwann nach unendlich vielen Wiedergeburten in unendlicher Zukunft im grenzenlosen Glück eingeht. Das ist eine typische unrealistische Doktrin, die das jetzige Leiden nur scheinbar überwindet, aber es in Wirklichkeit verfestigt und sogar verstärkt. Buddha und Nâgârjuna sagen in aller Klarheit, dass die Wirklichkeit der Welt maßgeblich durch Prozesse und Funktionen der Veränderung, Befreiung und Emanzipation gekennzeichnet ist. Das ist das gemeinsame Entstehen in Wechselwirkung. Nicht zuletzt dadurch gelingt die Befreiung von Plagen und Leiden hier in diesem Leben. Dadurch kommen beispielsweise Kummer, Jammer, Gram, Verzweiflung und damit die wegführenden Verirrungen zur Ruhe, wie dies die Präambel des MMK festhält. Das abrupte Umschlagen von substanzhaftem Leiden in gleichfalls substanzhaftes, unbegrenztes Glück ist eine gewaltige Illusion und oft eine große Lebenslüge! So etwas gibt es in der Wirklichkeit nicht und es kann nicht beobachtet werden. Es sind doktrinäre, extreme Konstrukte des Geistes und falsches Schwarz-Weiß-Denken.

Es geht um das große Lebensziel der Befreiung des Menschen gerade von diesen Verblendungen, in diesem Leben und im Hier und Jetzt. Nâgârjuna nennt diese Befreiung Nirvâna und distanziert sich damit von dem Glauben, Nirvâna sei in einer jenseitig-transzendenten Welt zu finden. Nirvâna ist nicht total verschieden von der hiesigen realen Welt der Erleuchtung, aber verschieden von Leiden und Sehnsüchten. Wenn wir also das Nirvâna in diesem Leben verwirklichen, erlangen wir den großen Frieden, und zwar in der Ruhe und im Handeln. Wir befreien uns aus dem fatalen Zwangs-Kreislauf des selbst erzeugten Leidens, hektischer Aktivitäten und dem menschlichen Chaos.

Der heutige digitale Stress und der aufgeregte Kampf-Modus werden dann überflüssig. Oder kurz gesagt: Die buddhistische Lehre und Praxis geben uns die Möglichkeit, uns jetzt in diesem Leben so zu entwickeln, dass wir ein freies Leben führen können, wie wir es wollen. Dann entsteht eine effiziente Selbststeuerung. Dies ist gleichzeitig ein gutes und freudiges Leben, das die unnötigen und oft selbst erzeugten Hemmnisse überwunden hat. Besonders bei den lebenswichtigen Entscheidungen und Gabelungen im Lauf des Lebens erkennen wir dann den rechten Weg in die Zukunft, vor Allem durch klare und unaufgeregte Präsenz im Augenblick. Das ist die gute Wechselwirkung von Gegenwart mit den eigenen Erinnerungen und den Erwartungen für die Zukunft.

Ein solches Leben hat Buddha durch die Sieben Faktoren der Erleuchtung authentisch und verlässlich beschrieben. Wir sollten uns im Hier und Jetzt vor den Illusionen eines grenzenlosen himmlischen Lebens hüten, in dem andauerndes unbedingtes Glück und unendliche Glückseligkeit herrschen. Wir werden auch zukünftig mit Problemen konfrontiert sein, aber wir können unnötiges Leiden durch die buddhistische Praxis und Lehre vermeiden.

 

Die siebte Weisheit:

Buddhas Zwölf Glieder der Befreiung führen zur Erleuchtung. Das ist der berühmte Mittlere Weg zur Freiheit des Geistes und der Lebenspraxis. Er wird nicht durch Extremismus und Unmoral blockiert.

Nâgârjuna schließt seinen fundamentalen Zyklus des MMK mit der genauen Analyse des praktischen und geistigen Befreiungsweges ab. Schon dadurch wird klar, dass er kein Nihilist oder Pessimist ist, wie lange behauptet wurde. Dieser Stufenweg ist durch ethische Willensfreiheit und gute Entscheidungen gekennzeichnet. Er überwindet Abhängigkeiten, Unklarheiten und Extreme. Nagarjuna bereinigt damit den Weg des authentischen Buddhismus und unterstützt dessen weitere Entwicklung nachhaltig.

Er nennt zwölf Phasen oder Glieder von menschlichen Wechselwirkungen und Entwicklungen, an deren Anfang der „umhüllte“ Mensch steht, der von Unwissen und unheilsamen Doktrinen verblendet sein kann. Nun geht es um seine Befreiung. Ein solcher Mensch hängt oft dem extremen Substanz-Glauben an, ist also in der Doktrin der isolierten Eigen-Substanz gefangen. Die bedeutet die Zerstückelung und Vergiftung der lebendigen Wechselwirkungen. Deshalb kann der Mensch sein Potential und seine mögliche Lebensdynamik nicht entfalten. Die formenden Kräfte gerade des Unbewussten bewirken dann die Erstarrung und Abhängigkeit von Gier, Hass und Verblendung. Ein unwissender Mensch, der in unreflektierten, unheilsamen Weltanschauungen, Doktrinen und Ideologien gefangen ist, geht zwangsläufig einen unheilsamen Weg des Lebens. Dieser Weg führt, gehemmt und blockiert durch Unfreiheit und Determination, immer weiter ins Unheil und Leiden, also vorhersehbar Schritt für Schritt in unfreie Abhängigkeit. Dabei wiederholen sich fatale menschliche Lebens-Zyklen, die durch immer wieder gleiche Probleme entstehen und sich zu großem, unnötigem Leiden auftürmen. Ein solcher Mensch erkennt nicht den heilsamen Ausstieg hin zu einem guten Leben und hat keine Willens-Freiheit. An dieser Stelle muss allerdings sofort betont werden, dass es keine totale und absolute Freiheit gibt, wie manche Idealisten glauben!

Im Buddhismus wird für die mögliche Entwicklung im Lebensweg das Bild einer Kette von zwölf Gliedern oder Phasen beschrieben. Einerseits als eine Abfolge in die Unfreiheit und ins menschliche Chaos. Andererseits gibt es aber in jeder Phase und bei jedem Schritt die reale Möglichkeit der Emanzipation und Befreiung von einer solchen Zwangsläufigkeit und Determinierung. Dann verschwinden Leiden und Elend nach und nach aus unserem Leben und wir gehen auf dem Weg der zunehmenden Freude und Freiheit. Die jeweilige vorherige Phase erzeugt positive Anschlussqualität für eine weitere heilsame Entwicklung der folgenden Phasen. Der Teufelskreis des sich wiederholenden Elends ist dann aufgebrochen, und die äußeren negativen Kräfte verlieren ihre determinierenden Wirkungen. Plötzlich ergeben sich ganz neue heilsame Alternativen. Mut und Hoffnungen für die Zukunft nehmen zu und geben den Menschen Sicherheit und Selbstvertrauen.

Nâgârjuna fasst im Kapitel 26 diese beiden möglichen Abläufe des menschlichen Lebens der Befreiung oder der unfreien Abhängigkeit vom Leiden zusammen. Von großer Bedeutung sind dabei Aussagen, in denen die Befreiung von Anhaftungen, vom Ergreifen schädlicher Doktrinen der fiktiven Eigen-Substanzen, von Egoismus und narzisstischer Selbstüberhöhung beschrieben wird. Mit der Befreiung aus der fatalen Vorprogrammierung wird der unheilsame Ablauflauf des Leidens durchbrochen. Das ist Erwachen und Erleuchtung. Dann verwirklicht sich die Buddha-Natur, nicht zuletzt bei der Meditation, im Flow der sinnvollen Arbeit und beim Handeln nach dem Bodhisattva-Ideal.

Für jeden Menschen gibt es diese Chance der tiefgreifenden Befreiung und des Erwachens aus Dumpfheit und geistigem Gefängnis. Fundamental sind dabei die rechte Sichtweise und die rechten Entscheidungen sowie die übrigen sechs Bereiche des Achtfachen Pfades, zum Beispiel die Meditation und die Vermeidung der fünf Hemmnisse auf dem Weg zur Erleuchtung.

Wir erzeugen also selbst die Wurzeln der Freiheit oder des Leidens, heißt es bei Nagarjuna im MMK. Daher sind wir gerade nicht passiv Erduldende, sondern aktiv Handelnde. Wir schaffen uns den Sinn des Lebens selbst und folgen keinen programmierten determinierenden Doktrinen. Wir bringen die eigenen Wurzeln in die Dynamik der formenden Kräfte ein, die uns zum Glück und zur Freude oder aber umgekehrt zum Leiden und Elend führen. Nâgârjuna spricht vom „Zur-Ruhe-Kommen des Leidens“, um auszudrücken, dass der große Friede bei gleichzeitigem klarem Handeln verwirklicht wird.


[1] Katyanaya, zitiert in Kalupahana, MMK, S. 1 ff.

[2] Gäng Grundlagen der Achtsamkeit

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen